Tonspion Vol.37 – Slow

30 03 2009

coverJetzt bin ich auch endlich mal dazu gekommen, mir den aktuellen Tonspion Sampler genauer zu betrachten.
Was mich bei den Tonspion Compilations immer ein wenig stört ist, dass die Zusammenstellungen zwar immer einer Thematik folgen, die in den Beschreibungen auch breitgetreten wird, in der Titelauswahl aber nur begrenzt Anwendung findet. Eben dies ist auch hier wieder zu sehen. „Slow“ heißt die aktuelle Scheibe und enthält angeblich Tracks, die wie ein „langer, ruhiger Fluss“ dahin fließen, „auf dem man sich einfach treiben lassen kann“. Dafür finde ich das vorliegende Resultat allerdings viel zu eklektisch.

Die Compilation steigt zwar mit „The Cinematic Orchestra“ slogangerecht und traumhaft ein reißt einen allerdings nach einer halben Minute „Antony & The Johnsons“ wieder raus, wo ich schon nicht verstehen kann, warum man nicht einfach „Another World“ von der selben Platte zur Hand nimmt, zumal der Song ebenfalls auf Tonspion vertreten ist. Mit „Bob Dylan“ ist man dann endgültig raus aus dem treibenden Herbstfeeling, und drin im Blues. Scott Matthew ist zwar irgendwie cool und einigermaßen passend, aber irgendwie zu gewollt und zu viel ausserdem. Soko und Barbara Morgenstern sind mega-ninja-plasma-furchtbar und viel zu Indie, Final Fantasy ist stellenweise zu verstörend. James Yuill geht runter wie Butter, ist aber zu schmissig, die Fleet Foxes klingen zu fröhlich und Alexis Taylor’s Stimme ist etwas over-the-top. Hauschka steigt gut ein, wird später aber auch konfus, Fever Ray hat hier garnichts verloren (und die Stimme ist schrecklich). Patty Moon passt dann ausnahmsweise wieder zur Thematik, ist aber leider ein sehr gewöhnlicher Song, die Tindersticks folken einen dann wieder raus. Der letzte Song letztendlich ist großartig. Basslastiger, treibender Ambientsound, kein Gesang, sehr stimmungsvoll und einlullend.

Ich bitte natürlich darum das hier nicht falsch zu verstehen. Auf den Tonspion Samplern sind eigentlich meistens haufenweise gute Songs, wie auf der Website im allgemeinen. Die Compilations hingegen wirken dafür stets etwas lieblos zusammen gewürfelt (und zu NME-Indie-Hype-Machine-Szene-Gerecht). Auf so eine Scheibe z.B. hätte ich (die Musik Polizei)  mindestens Blood Bank von Bon Iver mit drauf gehauen.

Egal, ich empfehle es weil auch hier wieder ein paar Perlen zu finden sind, ganz unabhängig vom Thema.

Download:

Tonspion Vol.37 – Slow


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