Underground Saturday: Dax Riggs

6 06 2009

daxDas wurde aber auch mal Zeit, dass ich was über Dax Riggs schreibe, der hier in Europa leider viel zu wenig Fame hat.

Dax Riggs ist ein US amerikanischer Musiker, der sich seit den 90ern durch unzählige Bandprojekte geschleppt hat. Einige davon möchte ich im Kurzen mal hier vorstellen. Für zusätzliche Info, Fotos, Diskographien, MP3s und tonnenweise Bottleg und Live Material, empfehle ich die Fan Seite SkeletalCircus.com, in deren Forum auch regelmäßig Aufnahmen von Live Gigs geposted werden.

Acid Bath:

Dying felt so god damn good today

acidAcid Baths Musik wurden viele verschiedene Genrebetitelungen nachgesagt, wenn man den Definitionen glauben schenken möchte handelt es sich hier um eine Art Sludge/Doom/Death/Psychedelic-Metal-Hardcore-Punk-Band. Tatsächlich lassen sich all diese Merkmale in unterschiedlichen Ausprägung in den Songs wieder finden.

Die Band existierte zwischen 1991 und 1997, angefangen hatten sie mit dem Namen Golgotha unter dem sie ein Demotape namens Wet Dreams Of The Insane veröffentlichten. Neben diversen Demos und Compilations zählt die Discographie von Acid Bath leider nur zwei Alben, von denen ich Paegan Terrorism Tactics mal als Sahnestück bezeichnen würde.

1997 löste sich die Band, nach dem Tod des Bassisten Audie Pitre auf. Bei SkeletalCircus gibt es Videos diverser Liveshows zum Download.

Agents Of Oblivion:

It’s only the end of the world again

Zwischen den zwei Projekten, rief Riggs auch noch Daisyhead & The Mooncrickets ins leben, von denen es allerdings maßgeblich qualitativ miserable Aufnahmen gibt. Agents Of Oblivion fuhren schon einen wesentlich melodischeren Stil als Acid Bath. Ihr Können stellten sie leider nur auf einer einzigen Self Titled Platte unter Beweis, generell blieb die Band nur ein Jahr zusammen.

Skeletal Circus hat die beiden frühen Demos der Band, allerdings funktionieren bei der zweiten die Links nicht mehr.

Deadboy & The Elephantmen

Stop, I’m already dead

deadboyWomit wir zu meinem Lieblingsprojekt kommen. Obwohl Acid Baths Werke im subkulturellen Untergrund relativ großen Anklang fanden, gelang Riggs erst mit Deadboy & The Elephantmen der „Durchbruch“, so schaffte es das Projekt aus den kleinen Clubs und Kneipen auf die Bühnen von Lollapalooza, Austin City Limits und Bonnaroo. Zudem fand Henry Rollins später großen Gefallen an der Band, weswegen er sie in seiner Radio- und Fernsehshow publik machte. Die erste Platte „If This Is Hell, Then I’m Lucky“ (2002) blieb noch weitestgehend unbekannt, ich selbst musste sie mir  einschiffen lassen (signiert Baby), in Deutschland kann man sie bis Heute nicht kaufen. Das ist auch der Grund, warum „We Are Night Sky„, das 2006 erschienene zweite Full Lenght Album oft als Debut bezeichnet wird.
Das absolute musikalische Meisterstück der Band ist für mich immer noch der Titel „Song With No Name“ vom ersten Album, hier in der Demo Version, die leider gegen das Original wegen den fehlenden doomigen Gitarren vor dem Refrain abstinkt, aber trotzdem extrem hörenswert ist.

Als ihren größten Hit würde ich allerdings „Stop, I’m Already Dead“ bezeichen.

Die komplette Demo des ersten Albums, die mehr wie eine Acoustic Version des Originals ist, steht bei Skeletal Circus zum kostenlosen Download bereit, sowie einige andere Demos und die 2004er EP Song Mechanism, deren Tracks in neuer Qualität auch alle auf We Are Night Sky enthalten sind.

Solo

Maybe You’re Dead And You Just Don’t Know

daxAlleine war Dax Riggs eigentlich schon seit den späten 90ern immer mal wieder nebenher unterwegs, oft unter dem Namen T-Daks & His White Plastic Soul, Platte gab’s allerdings nur eine offizielle unter dem Titel We Sing Of Only Blood Or Love (2007). Der Titel Living Is Suicide von eben dieser Scheibe wurde sogar als Song Of The Day bei NPR gefeatured. Auf älteren Live Aufnahmen, die sich im Forum von Skeletal Circus ausgraben lassen, finden sich ausserdem sehr coole Coverversionen, so z.B. von Nick Drakes Been Smokin‘ Too Long oder Wave Of Mutilation von den Pixies. 2007 tourte Riggs zusammen mit den Queens Of The Stone Age, im letzten Jahr spielte er einige Konzerte mit The Kills. Für Europa hat es bisher leider nicht gereicht.

Für Die-Hard Fans hat Skeletal Circus zusätzlich noch die Demo „The Skeletal Circus Derails“ von Daisyhead & The Mooncrickets und das urige Golgotha Tape.


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4 responses

7 06 2009
solanacea

Ach nee, Deadboy & The Elephantmen hatte ich ja total vergessen – super dass Du sie erwaehnst; We are night sky hab ich doch sicherlich hier auf dem Computer rumfliegen.

Das wuerde ich mir auch gerne mal live geben.

Mein Gisbert Wein ist uebrigens angekommen :)).

8 06 2009
matterofeffect

Du hast ihn dir tatsächlich bestellt? Ich wollte eigentlich, aber das Porto nach Österreich ist immer so eine Sache. Vielleicht time ich es mit meinem nächsten Deutschland Aufenthalt.

8 06 2009
solanacea

Jep, ich hab’s getan😉. Probiert noch nicht, mal sehen. Wenn er richtig bloed schmeckt sag ich Dir Bescheid, dann kannst Du Dir ueberlegen ob die Idee gut genug ist um die schlechte Umsetzung auszugleichen.

Du, wo kommt das Jugendstil Artwork da von Deadboy & EM her? Ich mags und konnte es bei google nicht finden. Hier runtergeladen ist die Qualitaet eher bescheiden. Dankeschoen.

8 06 2009
matterofeffect

Haha… die geheimen Quellen willst du also wissen.

Pass auf, folgendes: Ich bin jetzt noch bei der Arbeit und wollte nachher wahrscheinlich eh noch was schreiben und dann hau ich schnell einen Artikel über betreffende Seite raus, weil es da nämlich tonnenweise großartige Grafiken gibt, die du über Google nicht findest.

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